Die InRa-Studie „Institutionen & Rassismus“ untersucht, wie Rassismus in deutschen Behörden entsteht und wirkt. Analysiert wurden unter anderem Jobcenter, Ausländerbehörden, Polizei, Justiz und weitere Verwaltungseinrichtungen. Befragt wurden Beschäftigte, Betroffene und Expertinnen, begleitet von Aktenanalysen und Verfahrensstudien. Die Forschenden kommen zu dem Ergebnis, dass rassistische Diskriminierung in allen untersuchten Institutionstypen nachweisbar ist, auch wenn die Ausprägungen variieren, und dass Betroffene von wiederkehrendem Misstrauen, Herabsetzung und Benachteiligung berichten, die ihren Zugang zu Rechten und Leistungen einschränken. Besonders deutlich arbeitet die Studie strukturelle Ursachen heraus: Rassismus verfestigt sich dort, wo Verfahren intransparent sind, Ermessensspielräume groß sind und Kontrolle oder Beschwerdemöglichkeiten fehlen. Kritisch bewertet wird vor allem, dass das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz bislang nicht für das Verhältnis zwischen Bürgerinnen und staatlichen Stellen gilt und damit zentrale rechtliche Hebel gegen Diskriminierung im Behördenkontakt fehlen. Die Forschenden empfehlen unter anderem, das Gesetz auf staatliche Institutionen auszuweiten, unabhängige Beschwerdestellen einzurichten und verbindliche Antirassismus-Strategien in Verwaltungen zu etablieren, inklusive Fortbildungen und Beteiligung von Selbstorganisationen Betroffener.
Die Studie steht hier kostenfrei zur Verfügung.







