Die aktuelle Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft verdeutlicht die stagnierende Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes in Deutschland. Laut dem „Behörden-Digimeter 2026“ sind bundesweit lediglich elf Prozent der gesetzlich vorgesehenen Verwaltungsleistungen flächendeckend digital verfügbar. Damit bleiben von den insgesamt 7.509 untersuchten Einzelleistungen über 6.600 Angebote weiterhin analog. Die Studie belegt, dass die Zielsetzung einer durchgehend digitalen Verwaltung trotz politischer Vorgaben weit hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Im regionalen Vergleich weist die Analyse erhebliche Disparitäten zwischen den Bundesländern auf. Während Nordrhein-Westfalen die Spitzenposition von Hamburg übernommen hat, verzeichnet das Saarland mit einer Nicht-Digitalisierungsquote von 85 Prozent den geringsten Fortschritt. Als strukturelle Hemmnisse identifiziert die Untersuchung vor allem die komplexen föderalen Zuständigkeiten sowie eine ausgeprägte juristische Prägung innerhalb der Behördenstrukturen. Diese Faktoren verzögern laut den Autoren die Einführung moderner digitaler Prozesse und führen zu einer zeitlichen Entkopplung zwischen technischer Machbarkeit und administrativer Umsetzung.
Die Studie steht hier kostenfrei zur Verfügung.







