Obwohl über 90 Prozent der Verwaltungsmitarbeitenden die Wiederverwendung bestehender Softwarelösungen für wichtig halten, klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit eine deutliche Lücke. Eine aktuelle Studie des Netzwerks NExT e.V. zeigt, dass die Nachnutzung digitaler Anwendungen in der Praxis häufig an strukturellen und kulturellen Hürden scheitert. Während das „Einer-für-Alle“-Prinzip (EfA) im Kontext des Onlinezugangsgesetzes (OZG) zwar bekannt ist, finden viele Austauschprozesse außerhalb institutionalisierter Wege oft nur zufällig statt. Der Bericht verdeutlicht: Es mangelt nicht am Willen der Beschäftigten, sondern an verlässlichen Rahmenbedingungen und einer Steuerung, die das „Teilen“ von Lösungen aktiv belohnt, statt durch bürokratische Hürden zu bremsen.
Für den Verwaltungsalltag bedeutet dies, dass wertvolle Ressourcen oft in die parallele Entwicklung identischer Lösungen fließen, anstatt Synergien zu nutzen. Laut der empirischen Bestandsaufnahme sind es vor allem persönliche Netzwerke und individuelles Vertrauen, die den Transfer von Wissen und Technik derzeit am Leben erhalten. Um die digitale Souveränität nachhaltig zu stärken, empfiehlt die Studie jedoch den Ausbau fester Strukturen: Eine langfristig gesicherte Finanzierung, klare rechtliche Standards für die Weitergabe und eine Kultur der Offenheit sind entscheidend. Nur wenn das „Nachnutzen“ einfacher wird als das „Neubauen“, kann die Verwaltung den digitalen Wandel effizient und flächendeckend gestalten.
Die Studie steht hier kostenfrei zur Verfügung.







